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Labor Pachmann / Presse

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Unterschätztes Risiko: Krebs erhöht Thrombose-Neigung deutlich

Tue, 03 Apr 2012 09:58:43

Bayreuth – Thrombosen sind die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Nahezu jeder dritte Thrombose-Patient wiederum ist an Krebs erkrankt. Epidemiologische Studien zeigen, dass das Risiko von Tumorpatienten, eine Venenthrombose zu entwickeln, um das Vier- bis Sechsfache erhöht ist.

Experten beklagen jedoch, dass diesem nachweislichen Zusammenhang von Krebserkrankungen und Thrombosen im klinischen Alltag oftmals zu wenig Beachtung geschenkt wird. „Es sollte selbstverständlich sein, Krebspatienten schon bei Stellung der Diagnose auf das erhöhte Thrombose-Risiko aufmerksam zu machen. Auch die Möglichkeit einer Prophylaxe sollte stets erwogen werden. Denn Thrombosen bergen große Gefahren: Abgelöste Blutgerinnsel können Lungenarterien blockieren und so eine Lungenembolie verursachen, die leider oft tödlich verläuft", erklärt der Transfusionsmediziner und Thrombose-Experte Dr. med. Ulrich Pachmann, Leiter der Laborpraxis Dr. Pachmann im Transfusionsmedizinischen Zentrum Bayreuth (TZB).

Bei der Tumorerkrankung spielen insbesondere die Veränderungen in der Zusammensetzung des Blutes und der Blutgerinnung des Patienten eine wichtige Rolle. Folgende Faktoren erhöhen dabei das Thrombose-Risiko eines Krebspatienten maßgeblich:

Tumoren, die an Blutgefäßen wachsen, können selbst den Blutfluss blockieren. Zudem treten aus der geschädigten Gefäßwand verschiedene gerinnungsaktive Substanzen ins Blut über.

Der Organismus reagiert auf die Metastasierung von Tumoren mit Stressreaktionen. Dadurch steigt die Thrombose-Neigung. Zusätzlich geben von Abwehrzellen attackierte Tumore unter anderem auch Substanzen ins Blut ab, welche die Blutgerinnung aktivieren. Umgekehrt verringert eine angemessene Thrombosevorsorge die Gefahr der Metastasierung. Am besten wirken Ausdauersport und die bekannten Medikamente.

Auch die Chemotherapie, die zunehmend erfolgreich gegen Krebs eingesetzt wird, kann zur Blutgerinnung beitragen: Denn indem sie Tumorzellen absterben lässt, führt sie auch zur Freisetzung von gerinnungsaktiven Fermenten. Zudem schädigen aggressive Chemotherapeutika die Gefäßinnenwände und verändern die Fließeigenschaften des Blutes.

Es bleibt zu beachten, dass eine Thrombose von vielen, interagierenden Faktoren verursacht werden kann. „Wie hoch das individuelle Risiko ist, hängt nicht nur von der Art der Krebserkrankung beziehungsweise des Tumors ab. Auch Alter, Lebensgewohnheiten, erbliche Veranlagung sowie biochemische Prozesse spielen eine wichtige Rolle. Das Risiko erhöht sich zudem signifikant durch besondere situative Faktoren: Operative Eingriffe, langes Sitzen, Immobilität oder auch Hormonbehandlungen sind hier zu nennen. Bei Frauen zählen auch Schwangerschaft und die Entbindung dazu“, weist Dr. Ulrich Pachmann hin. Mit Blick auf diese Risikosituationen oder eine Krebserkrankung, rät der Transfusionsmediziner zur Bestimmung des individuellen Thrombose-Risikos. Dafür steht mit thrombotrac ein modernes Verfahren zur Verfügung. Das von einer Forschergruppe unter Leitung von Dr. Ulrich Pachmann entwickelte Verfahren berücksichtigt die aus mehreren tausend Forschungsarbeiten zum Thema Thrombose extrahierten 30 wichtigsten Risiko- und Schutzfaktoren. So ermöglicht thrombotrac anhand der Blutprobe eines Patienten die Erstellung eines detaillierten Gutachtens. Auf dieser Grundlage können Aussagen über das individuelle Thrombose-Risiko und therapeutische Entscheidungen zuverlässig getroffen werden.

Weitere Informationen unter www.laborpachmann.de


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